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Profil

Institut für Geobotanik

Als ökologische Disziplin gehört die Geobotanik zu den expandierenden Naturwissenschaften, die sich eines wachsenden öffentlichen Interesses erfreuen. Diese Entwicklung geht mit einem gestiegenen Interesse an den biologischen und landschaftsökologischen Teilfächern einher.

Die gesellschaftspolitischen Entwicklungen der Vergangenheit haben dazu beigetragen, das Augenmerk auf die besondere Bedeutung der Ökosystemforschung zu lenken – eine wesentliche Grundlage für Planung und Management im Sinne einer effektiven Umweltschutzpolitik.

Als ökologische Disziplin gehört die Geobotanik zu den expandierenden Naturwissenschaften, die sich eines wachsenden öffentlichen Interesses erfreuen. Diese Entwicklung geht mit einem gestiegenen Interesse an den biologischen und landschaftsökologischen Teilfächern einher.

Die gesellschaftspolitischen Entwicklungen der Vergangenheit haben dazu beigetragen, das Augenmerk auf die besondere Bedeutung der Ökosystemforschung zu lenken – eine wesentliche Grundlage für Planung und Management im Sinne einer effektiven Umweltschutzpolitik.

WAS IST GEOBOTANIK?

  • Floristische Geobotanik

    Floristische Geobotanik, auch Arealkunde oder Chorologie, untersucht die Verbreitung von verschiedenen Pflanzenarten und Pflanzengesellschaften in allen Lebensräumen, die von pflanzlichen Organismen besiedelt werden können. Sie sucht u.a. nach den klimatischen, bodenkundlichen, geschichtlichen und geographischen Ursachen für die Ausbildung verschiedener Verbreitungsgebiete von einzelnen Arten, von Lebensgemeinschaften oder Vegetationselementen.

  • Historische Geobotanik

    Die historische Geobotanik untersucht das geschichtliche Werden von Vegetationselementen in einem Raum-Zeit-Kontinuum. Im Zentrum stehen dabei Fragen nach der Entstehung, Entwicklung und Veränderung von natürlichen und synanthropen Vegetationsformationen.
    Untersuchungsgegenstand sind die in geeigneten Medien konservierten Pflanzenreste unterschiedlichster Art wie z.B. Samen, Früchte, Hölzer, Pflanzenfasern, Holzkohlen aus archäologischen Grabungen (Paläoethnobotanik) oder anderen Geo- und Bioarchiven sowie Blütenstaubablagerungen in Mooren, Binnengewässer- oder Meeressedimenten (Pollenanalyse oder Palynologie).

  • Soziologische Geobotanik

    Die soziologische Geobotanik stellt sich zum Ziel, das Zusammenleben von verschiedenen Arten in Pflanzengemeinschaften zu klären. Neben der Analyse ihres funktionellen und strukturellen Aufbaus stehen die Erfassung, Typisierung und Klassifizierung von Pflanzengesellschaften im Zentrum der Untersuchungen.
    In synoptischen Ordnungen und Übersichten – beispielsweise im Rahmen eines pflanzensoziologischen Ordnungssystems – systematisiert die soziologische Geobotanik die Vielfalt der Erscheinungsformen der Vegetation.

  • Ökologische Geobotanik

    Die ökologische Geobotanik analysiert die Lebensbedingungen, unter denen verschiedene Sippen und Pflanzengesellschaften vorkommen, wie die einzelnen Organismen an diese Standortbedingungen angepaßt sind und welche Überlebensstrategien sie verfolgen. In der methodischen Vielfalt dieser Disziplin spiegelt sich auch die Vielzahl der zu untersuchenden Lebensräume wider. Sie reicht z.B. von den verschiedensten hydro- und bodenchemischen Analysetechniken bis hin zu einer Fülle morphologischer Gewebedifferenzierungs- und Analyseverfahren.

  • Angewandte Geobotanik

    Im Bereich der angewandten Geobotanik werden besonders Fragen der Landschafts- und Umweltplanung, der Land- und Forstwirtschaft sowie des wissenschaftlichen Naturschutzes berührt. Untersuchungsgegenstand sind sowohl distinkte Biotoptypen als auch charakteristische Landschafts- und Vegetationselemente sowie Relikte historischer Landnutzungspraktiken mit besonderer kulturhistorischer Bedeutung. Die angewandte Geobotanik beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Ebene mit dem strukturellen Aufbau solcher Landschaftselemente und versucht, Modelle zu erarbeiten, die als Planungsgrundlage für langfristige Erhaltungs-, Schutz- oder Entwicklungskonzepte dienen können.

Initiative Wissenschaft Hannover: Die besondere Vielfalt – Alles ist ein Unikat!

UNSERE BIBLIOTHEK

Seit 1987 verwaltet das Institut für Geobotanik den wissenschaftlichen Nachlass von Prof. Dr. Reinhold Tüxen. Als eigenständige Stiftungsbibliothek wird darüber hinaus mit der „Schneider-Bibliothek“ eines der zentralen Archive moorkundlicher Forschung geführt. Weitere Bestandteile der Bibliothek sind die wissenschaftlichen Nachlässe von Prof. Dr. Elisabeth Peveling (lichenologische Bibliothek) und Prof. Dr. Paul Seibert (v. a. Südamerika).

Die Bibliothek steht als Präsenzbibliothek allen Interessierten nach vorheriger Anmeldung im Sekretariat des Instituts für Geobotanik zur Verfügung.